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Das Leben als Digital Native

Ich, als Digital Native, bin mit den Computern und deren Systeme aufgewachsen. Anders als die heutige Jugend freute ich mich wenn ich meinen C16, C64 oder Atari zum Piepen und zeichnen von bunten Bildern gebracht habe. Die Tatsache, dass man sich auch komische Pixelspiele zum Zeitvertreib angetan hat tut ihr übriges. Wo wäre ich, oder besser gesagt wir alle, ohne den technologischen Fortschritt? Wie abhängig sind wir von der Technik?

Ich bin heute in meinem Twitter Nachrichten Stream auf einen Artikel im Harvard Business Manager gestoßen. Es geht um eine Selbstexperiment von 8 Studenten der Hochschule Furtwangen die eine Woche aufs Internet und auf das Handy verzichtet haben. Das Experiment finde ich so interessant, dass es vielleicht ganz interessant wäre meinen eigenen Werdegang als Digital Native darzulegen und zu beschreiben wie die Technik meine Zeitplanung steuert.

Eigentlich bin ich schon immer ein Hacker gewesen. Beim C16 war das andauernde zurückspulen der Kassetten extrem langwierig, so dass man auch gerne mal ein paar Minuten genutzt hat um in einem Loop Töne auszugeben, Lieder über den Speaker ausgeben konnte, Bunte Pixel auf den Bildschirm zu zaubern oder alles zusammen. Die Möglichkeiten waren begrenzt. Als ich mir meinen ersten 286er kaufte musste neben Windows 3.1 auch erst einmal der Norton Commander installiert werden und man konnte Spiele und Programme schneller starten, man hat seine ersten Startscripte geschrieben und war von der Windows 3.1 Oberfläche begeistert. Langsam kamen dann die Zeiten mit dem 13,3 k Modem, das trotz der vielen bunten und blinkenden Internetseiten irgendwie schneller war als manche Webseiten heute (Und ich danke Gott, dass ich damals kein Augenkrebs bekommen habe). Mit dem Zeitpunkt fing auch mein tieferes Interesse, trotz jung an Jahren, für die Software an. Was ich früher aus Spaß am C16 gemacht habe, bereitete mir noch mehr Freude als man noch wild komische HTML Konstrukte zusammenbauen konnte, dazu kamen Spaßprogramme in Pascal.
Über die Jahre hat sich mein Interesse so sehr gesteigert, dass ich mein Hobby zum Beruf machen dürfte und noch immer spaßige Programme und bunte Seiten schreibe.

Alleine schon wegen dieser Tatsache ist es schwer das Internet und den PC aus meinen Leben wegzudenken. Sämtliche täglichen Informationen, auch wenn sie ein vielfaches mehr sind als früher, kann ich dank dem Internet und PC schneller aufnehmen, kategorisieren und priorisieren. (Vielleicht haben auch tagelange Gamesessions in diversen Point-and-click-adventures dazu beigetragen, dass ich Informationen schneller erfassen und sortieren kann). Und Faszinierenderweise kann ich auch mal tagelang auf den PC und das Handy verzichten – auch wenn meine Freundin jetzt wahrscheinlich das Gegenteil behaupten würde, aber die Wahrnehmung ist getrübt :-). Wie Max in seinem Artikel schreibt könnte ich ebenfalls auf das Handy komplett verzichten – ich empfinde telefonieren eher als antrengend. Beim PC ist es da schon etwas schwieriger, weil ich wegen meiner Tätigkeit bei Problemen teilweise in Echtzeit reagieren muss. Was aber ähnlich wie bei Max eher auf den Kundenkontakt als auf das benötigte Internet zurückzuführen ist. Informationen hole ich mir sonst eben aus der Zeitung. Mit meinen Freunden kann ich auch ohne Telefon kommunizieren, Partys werden so oder so spontan gefeiert, man steht dann eben beim anderen vor der Tür. Oder muss man denn wirklich wissen was im Kino läuft wenn man ins Kino will? Bis auf wenige Ausnahmen gehe ich spontan ins Kino, informiere mich zwar vorher im Internet was man schauen könnte – dies könnte man jedoch auch direkt vorm Kino entscheiden. Ich glaube die Technik hat einen solch bequemen und unterstützenden Faktor, dass keiner mehr ohne Leben möchte und es auch sicherlich viele gibt die nicht mehr ohne können. Auf der anderen Seite ist mit der Technik alles komplizierter geworden, weil man mehr Informationen aufnimmt und dadurch viel mehr Wissen anhäuft. In meinen Augen hat sich jedoch zu früher wenig verändert, nur dass sich die Kommunikationsmöglichkeiten und Informationsmöglichkeiten vervielfältigt haben.

Könntet ihr noch ohne Internet leben? WIe beeinflußt euch die Technik?

Jens Altmann

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Jens Altmann bloggt auf gefruckelt.de regelmäßig über alle Themen, die ihn interessieren. Neben seiner Tätigkeit als Softwarearchitekt studiert er Wirtschaftsinformatik an der Uni Potsdam.

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