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NFC – die fehlende Brücke zwischen der Online und Offline Welt?

Seit einigen Wochen denke ich über mögliche Anwendungsgebiete von NFC – Near field communication – Sendern und Empfängern nach und dabei kommen mir immer wildere, geniale Ideen in den Kopf wie man diese sinnvoll einsetzen kann. Besitzen NFC Chips das Potenzial die Kluft zwischen der Online und der Offline Welt zu schließen?

Seit der Droidcon denke ich intensiver über die Einsatzmöglichkeiten von NFC nach. Bis zu diesem Barcamp hatte ich zwar schon von diesen Chips gehört, aber Ihnen keine große Beachtung geschenkt. Grob gesagt kann man den NFC Standard für Datenübertragung als weiterentwicklung von RFID Chips sehen. Diese hatten immer zwei große Probleme. Zum Einen besaßen sie eine hohe Reichweite von teilweise mehreren Metern, dadurch war eine abhörsichere Kommunikation nicht möglich. Zum Anderen haben NFC Chips eine sichere Datenübertragung spezifiziert. Das Abhören der Datenkommunikation ist aufgrund der gesicherten Verbindung und der kurzen Reichweite von maximal 10 cm relativ schwer. Man kann zwar Replikatoren zur Reichweitensteigerung einsetzen, dies wird jedoch in der Praxis sehr schwer umsetzbar sein.

NFC – Near Field Communication

Die meisten werden sich die Frage stellen was NFC denn nun genau ist. Man kann es sich wie Bluetooth oder Infrarot vorstellen. Nur dass im Falle von NFC nur eins der Geräte, nämlich das Lesegerät, Strom benötigt. Der Chip, auf dem die Daten gespeichert sind, ist ein passives Element und sendet in einem definierten Frequenzbereich die Daten an das Lesegerät. Ein NFC CHip kann dabei eine unterschiedlich große Datenmenge speichern. Aktuelle NFC Sticker oder NFC Tags können zwischen 168 Bytes und 1024 Bytas an Daten aufnehmen. Dabei gibt es auch noch Unterscheidungen zwischen Read-Only und wiederbeschreibbaren Tags.

Kluft zwischen Online und Offline Welt

In der Fernseh-, Radio- und Plakatwerbung weichen die Grenzen zwischen der Online und Offline Welt immer weiter auf. Während früher Onlineshops auch nur innerhalb des Ökosystems Internet Werbung geschaltet haben, versucht man in Zeiten von Second Screening und dem Zustand, dass man auch mobil jederzeit mit dem Internet verbunden ist, auch in klassischen Werbeformaten seine Onlineinhalte zu bewerben. Es exisitert praktisch keine TV Werbekampagne mehr in der nicht mindestens die Facebookseite der beworbenen Marke angeteasert wird. Diesen Zustand kann man im Bereich Second Screening sehr gut abfangen. Wenn man jedoch Plakatwerbung schaltet wird dies schon schwieriger. Vor einigen Jahren kamen dann die ersten Werbetafeln an denen man mittels einer Bluetoothverbindung Mediainhalte wie Klingeltöne auf sein Handy laden könnte. Der nächste Versuch die klassischen Werbeinhalte mit zusätzlichen Medien und Informationen anzureichern waren QR Codes. Aber wenn man ehrlich ist waren diese noch nie wirklich erfolgreich. Das liegt daran, dass viele Menschen überhaupt nicht wissen, was das für ein komisches Rechteck auf dem Werbemittel ist. Auch die technische Hürde wird in meinen Augen oft unterschätzt, so benötigt man eine extra App und mindestens ein Smartphone. Zudem ist eine gute Kamera von Nöten, denn bei Reflektionen oder schlechtem Lichteinfall kann es sein, dass der Kontrast nicht ausreicht um den QR Code zu dekodieren. Auch das auslesen ist oftmals Zeitaufwendig, weil die App gestartet werden muss, die Kameraapp muss geladen werden und man muss den QR COde fokussieren. Dies kann bei einer zur kleinen Darstellung des Codes auf einer Werbefläche ein beachtliches Problem darstellen.

NFC als Lösung

Die meisten werden jetzt sagen, dass die Near Field Communication ein identisches Problem haben wird. Dies stimmt jedoch nur teilweise. Fakt ist, dass bisher fast nur Android Smartphones das lesen und schreiben von NFC Stickern und Tags unterstützen und diese noch sehr rar und kostenintensiv sind. Jedoch wurden schon 2011 30 Millionen NFC Devices verkauft und bis zum Jahr 2016 soll sich diese Zahl bis auf 600 Millionen entwickeln. Auch wenn Apple noch kein Anzeichen dafür gibt, dass ihre kommende iPhone Generation als NFC Lesegeräte eingesetzt werden können, so gibt es genügend große Firmen die die Entwicklung und Standardisierung von NFCs vorantreiben. Zu diesen Unternehmen zählen auch Google und die Deutsche Telekom.

Die Vorteile von NFC

Die Vorteile von NFC gegenüber bisherigen Lösungen liegen klar auf der Hand. Die Hardware ist direkt einsetzbar, man benötigt nur einen direkten Kontakt zu dem NFC Tag, es ist dadurch intuitiv anwendbar und die Verbreitung wird intensiv vorangetrieben. Die Verbreitung muss auch entsprechend stark steigen, weil Googles neues Payment System Google Wallet auf diese Technik aufsetzen wird. Das Smartphone als digitale Geldbörse ist zumindestens für mich, der fast ausschließlich Bargeldlos bezahlt, eine sehr angenehme Vorstellung. An der Kasse müsste ich mein Handy nur noch an ein lesegerät halten und mittels Druck auf dem Display die Zahlung autorisieren.

Anwendungsgebiete von NFC

Die Anwendungsmöglichkeiten die NFC bietet sind sehr weit gestreut. Neben dem genannten mobilen Zahlsystemen, kann man direkt mit einer Werbefläche interagieren, kann über NFC Tags im Haus das Smarthome steuern oder das Smartphone veranlassen bestimmte Aktionen auszuführen. Zugangskontrollen, Rabattaktionen bei Checkins in einem Restaurant oder das Übertragen von vCard sind weitere Möglichkeiten.
Seit der Affiliate Tactixx, der Droidcon und dem AWS Summit, bei dem jeder Besucher einer Session anhand des Barcodes auf dem Namensschild eingelesen wurde ist mir unglaublich bewußt wie wichtig für die Veranstalter ein direktes Feedback ist. So kann könnte mittels NFC Readern an den Eingängen von Session und Seminarräumen direkt die größe der Zuhörerschaft ermitteln, man könnte dann im Anschluss die Qualität evaluieren indem jeder seinen NFC Tag an einem like oder dislike Reader hält. In eigener Sache: Sollte irgendein Konferenzveranstalter gefallen an dieser Idee finden, so wäre ich gerne bereit sowas mit diesem aufzubauen und der Veranstalter könnte einer Vorreiterrolle im Bereich Evaluation übernehmen!

Fazit

NFC Tags und Sticker haben ein großes Potenzial die Kommunikation zwischen Werbetreibenden und Interessent auf eine neue Ebene zu heben. Durch den Einsatz von NFC Tags wird es einfacher sein mit dem jeweiligen Zielpublikum in Verbindung zu treten und die Erfolge von Kampagnen direkt zu messen. Im Verhältnis zu den relativ geringen Investitionskosten könnten solche Daten in Zukunft Gold wert sein.

Jens Altmann

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Jens Altmann bloggt auf gefruckelt.de regelmäßig über alle Themen, die ihn interessieren. Neben seiner Tätigkeit als Softwarearchitekt studiert er Wirtschaftsinformatik an der Uni Potsdam.

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Kommentare

Ein Kommentar

  1. Loewenherz Mai 7, 2013

    Kannst ja mal Marco fragen, ob er das nicht bei der Campixx 2014 umsetzen mag.
    Ansonsten rechne ich schon seit längerem damit, dass es im Bereich der Bezahlsysteme kommen kann. Allein die Geschwindigkeit im Vergleich zu EC-Kartenzahlung kann einiges beschleunigen.

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